Aus der Reihe Anwendungsbeispiele

Wenn ein neues Gebäude entsteht, existiert es zunächst vor allem digital: Pläne, Grundrisse und 3D-CAD-Modelle zeigen Architekten und Planern jedes Detail. Für viele Menschen bleiben diese Darstellungen jedoch abstrakt.

Genau hier kommen Architektur- und Anschauungsmodelle ins Spiel. Sie machen ein geplantes Gebäude greifbar und vermitteln auf einen Blick Größe, Form und Gestaltung.

Für die Veranstaltung rund um die Grundsteinlegung, für das neue Polizeipräsidium Oberhausen, durften wir im Auftrag des Projektentwicklers Ten Brinke ein solches Modell realisieren. Auf einer Fläche von 1,2 × 1,2 Metern sollte das zukünftige Gebäude für die Gäste sichtbar und erlebbar werden.

Anschauungsmodell des Polizeipräsidiums Oberhausen hergestellt im 3D-Druck
Anschauungsmodell des neues Polizeipräsidiums Oberhausen

Vom bestehenden CAD-Modell zum Modellbau

Die Grundlage für unser Modell bildeten die bereits vorhandenen CAD-Daten des geplanten Gebäudes. Diese konnten allerdings nicht einfach 1:1 für die Fertigung übernommen werden.

Für den Modellbau musste zunächst ein eigenes digitales Modell erstellt werden. Dabei wurden die vorhandenen Planungsdaten entsprechend aufbereitet, vereinfacht und konstruktiv angepasst.

Denn im Modellbau gelten andere Anforderungen als bei einem digitalen Architekturmodell. Wandstärken, kleine Bauteile, Details und Verbindungen müssen beispielsweise so angepasst werden, dass sie im späteren Maßstab tatsächlich gefertigt und montiert werden können.

Das Ziel war dabei immer eine möglichst realistische Darstellung, ohne das Modell mit Details zu überladen, die im Maßstab ohnehin nicht sinnvoll darstellbar wären.

image1
Digitale darstellung des Modells
4 scaled
Modell wird testweise auf die in-house designte Platte gesetzt

1,2 × 1,2 Meter – eine stabile Basis

Für die Grundplatte haben wir, wie bereits bei anderen Architektur- und Modellbauprojekten, auf eine 10 mm starke Acrylglasplatte gesetzt.

Die transparente Platte bietet eine hochwertige und moderne Basis für das Modell. Gleichzeitig wurde sie durch uns individuell gestaltet und bedruckt und dient damit nicht nur als Träger, sondern als Bestandteil der gesamten Präsentation.

Auf der großzügigen Fläche konnte das Gebäude entsprechend seiner Größe und Umgebung dargestellt werden.

Nicht alles muss aus dem 3D-Drucker kommen

Bei diesem Projekt war insbesondere die Fassade eine Herausforderung.

Die großflächigen, glatten Fassadenbereiche wären zwar grundsätzlich im 3D-Druck realisierbar gewesen, allerdings ist der FDM-Druck für solche Flächen nicht immer die beste Fertigungsmethode und andere Methoden, wie SLA kommen aus wirtschaftlichkeits Gründen, aber auch wegen der hohen UV-Sensibilität nicht in Frage.

Bei einem hochwertigen Architekturmodell sollen große, glatte Oberflächen möglichst sauber und gleichmäßig wirken.

Deshalb haben wir für die eigentlichen Fassadenelemente einen anderen Weg gewählt: CNC-Fräsen statt 3D-Druck.

Zum Einsatz kam ein typisches Kunststoffplattenmaterial aus dem Modellbau, das sich hervorragend für die Herstellung großer, glatter Bauteile eignet. Die entsprechenden Gebäudeteile wurden daraus CNC-gefräst und anschließend zum Modell zusammengesetzt.

Das Ergebnis ist eine Kombination verschiedener Fertigungstechnologien – jeweils dort eingesetzt, wo sie ihre Stärken ausspielen können.

Anschuungsmodell Fräsen Professionelle Leistungen
CNC-Fräsen der Fassade
2

Kleine Details kommen aus dem 3D-Drucker

Ganz auf 3D-Druck verzichten wollten und konnten wir natürlich nicht.

Gerade bei den vielen kleineren Bauteilen und individuellen Anbauten spielt die additive Fertigung ihre Vorteile aus. Kleinteile, Anbauten und weitere Details wurden im 3D-Druck gefertigt und anschließend in das Modell integriert.

So entstand eine Kombination aus präzise gefrästen Großflächen und individuell gedruckten Details.

Diese Kombination ist ein gutes Beispiel dafür, dass moderner Modellbau nicht zwingend auf eine einzige Fertigungstechnologie angewiesen ist. Entscheidend ist vielmehr, für jedes Bauteil das passende Verfahren auszuwählen.

Ein Gebäude wird greifbar

Das fertige Modell erfüllt dabei einen ganz praktischen Zweck: Es ermöglicht den Betrachtern einen direkten Eindruck vom zukünftigen Polizeipräsidium.

Wo ein zweidimensionaler Plan oder eine Visualisierung zunächst erklärt werden muss, vermittelt ein physisches Modell unmittelbar einen räumlichen Eindruck.

5 scaled

Digitale Daten treffen auf klassische Modellbaukunst

Für uns ist dieses Projekt ein schönes Beispiel dafür, wie sich CAD, 3D-Druck, CNC-Bearbeitung und klassischer Modellbau miteinander verbinden lassen.

Aus den digitalen Planungsdaten entsteht zunächst ein für den Modellbau optimiertes 3D-Modell. Anschließend wird entschieden, welches Fertigungsverfahren für welchen Bereich die besten Ergebnisse liefert.

Große, glatte Flächen werden gefräst, komplexe Kleinteile gedruckt und am Ende entsteht aus vielen einzelnen Komponenten ein gemeinsames Gesamtmodell.

Genau diese Kombination ermöglicht es uns, auch große und anspruchsvolle Architekturmodelle individuell umzusetzen – vom ersten digitalen Entwurf bis zum fertigen Anschauungsmodell.

Sie sind auf der Suche nach einem Fullserviceanbierter für Ihr Modellbauvorhaben B2B? Wir unterstützen Sie von der Konzeptionierung bis zur Umsetzung.

Ihr Ansprechpartner

Gregor Stein

Vertriebsleitung

g.stein@3dpersolutions.de
0209 3616 6647

Gregor Stein e1778846405108

Mehr Anwendungsbeispiele:

20260907 100650 scaled

Für RV-Tech haben wir ein Zubehörteil für einen Indutriesaugroboter entwickelt

Digitalisierung 3D professionell kunst objekte

Einmaliges Digitalisierungsprojekt für Bottroper Museum